Outdoor Boutique Hotel – Ein Ausblick wie ein Gedicht

Das Outdoor Boutique Hotel in Heiden ist das erste Pop-up-Hotel in der Schweiz. Es besticht durch seine Einfachheit und Nachhaltigkeit. Daniel Graf erlebte, was es bedeutet, wenn sich die perfekte Lösung aus dem Entstehungsprozess entwickelt.

Daniel Graf

Daniel Graf
Einrichtungsberater

Daniel, würdest du im Outdoor Boutique Hotel schlafen wollen?
Aber sicher! Die Hotelzimmer sind nicht 08/15, sie sind ein Erlebnis! Man ist sehr nahe an der Natur, soll heissen: Es windet und man hört den Regen.

Wie eng hast du bei diesem Projekt mit dem Architekten zusammengearbeitet?
Sehr eng, es startete mit dem Grundkonzept. Ich war sehr viel mit Andreas Mohr auf der Baustelle. Ziel war es, seine Ideologie mit unseren Ideen und Produkten in eine Linie zu bringen. Aufgrund des sehr engen Zeitplans wurde alles direkt auf der Baustelle konzipiert, definiert und umgesetzt. Da braucht es ein gutes Zusammenspiel. In einigen Night-Sessions konnten wir uns und unsere Denkweisen gut miteinander verbinden. 

Der Aufbau der Konstruktion an sich ist ja eher einfach. Erschwert das die Aufgabe, ein Einrichtungs- und Lichtkonzept zu erstellen?
Die Herausforderung war eher, dass das Gebäude ein Prototyp ist. Weder der Elektriker noch der Sanitär hatte einen klaren Plan – alles entstand während dem Prozess. Man kam auf die Baustelle und suchte zusammen eine passende Lösung. Ein klassisches «Learning by Doing» also. Schritt für Schritt bewegten wir uns auf die perfekte Lösung hin, bis wir sie schliesslich hatten.

Das Projekt steht im Zeichen der Nachhaltigkeit, wie habt ihr dies umgesetzt?
Der Fokus dieses Projektes liegt klar auf der Wiederverwendbarkeit. Das ganze Haus besteht aus unbehandeltem Holz aus der Region, so sind die eingesetzten Produkte wiederverwendbar. Wenn das Hotel wieder abgebaut wird, könnte das Holz für den Bau eines Holzhauses genutzt werden. Gerade dem Architekten war dies sehr wichtig. Unseren Bereich haben wir mit lokalen Herstellern realisiert. Zudem haben wir bei der Produktwahl auf die Nachhaltigkeit geachtet. Die Vorhänge von Christian Fischbacher sind beispielsweise aus recycelten PET-Flaschen.

Das Projekt wird im Oktober wieder abgebaut, ist da Wehmut dabei?
Ja natürlich! Das werde ich sicher nie vergessen. Das Projekt soll aber weitergehen. Silvio Seiler, der die Idee angestossen hat, ist mit diversen Interessenten in Kontakt, um dieses Konzept andernorts zu platzieren. Freuen würde mich eine Weiterführung in den Bergen oder im Wald. Wir werden sehen, wer auf den Zug aufspringt – ich bin bereit!

Ein Doppelzimmer kostet 230.- CHF exkl. MwSt. (ein kleines Frühstück ist inbegriffen und wird direkt vor die Türe gesetzt)

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