Harmonie dank dem Wechselspiel von Farbe, Form und Material

Das Haus aus den 60er Jahren liegt inmitten einer herrlichen Landschaft auf erhöhter Lage im Appenzellerland. Mit wechselnden Besitzern veränderte sich die Innenarchitektur. Zuletzt waren beinahe alle Wände weiss gestrichen, ungeachtet dessen, ob sich eine rohe Betonwand oder Holztäfer darunter befanden.

Im Haus entstand eine etwas bedrückende Unstimmigkeit, die deutlich zu spüren war. Auszumachen, woran genau dies liegt, war für den Bauherren nicht einfach. Denn schlussendlich sind es viele Details, welche in ihrer Summe zu einem harmonischen Raumgefühl führen.

Daniel Gmünder und Gisela Bischof prüften den Zustand sämtlicher Räumlichkeiten. Es war ihnen wichtig mit der Renovation der ursprünglichen Architektur wieder gerecht zu werden. So studierten sie die Pläne des Hauses, um den Architekten und seine Denkweise zu verstehen. Sie liessen Betonwände ausbessern, die Holztäfer neu streichen und Beschläge auswechseln. Sie erstellten ein neues Beleuchtungskonzept und liessen die Elektroinstallationen überprüfen. Schliesslich ergänzten sie das bestehende Mobiliar sorgfältig.

Mut zur dunklen Wandfarbe

Weisse Wände, die in eine weisse Decke münden und in andere weisse Wände verlaufen, lassen die Architektur des Raumes verschwinden. Die masslose Anwendung von Weiss erzeugt eine monotone Einseitigkeit. Und die ist anstrengend für unser Auge. Eine rein weisse, helle Umgebung ist für unseren Sehnerv Überforderung pur. Emotional fühlt es sich ein wenig an, wie ein grosses Schweigen.

Daniel Gmünder betont, dass die Farbe Weiss im Grundsatz nicht falsch sei. Vielmehr gehe es um deren unkontrollierten Einsatz im Übermass. Gleichzeitig spricht er sich für schwarze oder allgemein dunkle Farbtöne aus. Eine Wand, die in einem dunklen Farbton gestrichen ist, entzieht sich unserer Aufmerksamkeit. Sie lässt einen Raum grösser erscheinen. Für unser Auge eine Wohltat. So kann es andere Dinge im Raum stärker wahrnehmen – wie beispielsweise Kunstwerke oder die Einrichtung. Gründe genug, unsere negative Einstellung zu schwarzen Wänden zu überdenken.

Verwendete Farbtöne

KT 43.16 Terre d’ombre naturelle
von kt.COLOR

Strong White No. 2001
von Farrow & Ball

Eingangsbereich
Korridor


Anregungen zum Projekt?

Haus Walz – Ehrwürdig wie eine Bibliothek

Kleines Beleuchtungskonzept, grosse Wirkung

Ein neues Kapitel für ein Traditionshaus