Kulinarik, Kunst und Arbeit im Haus zum Corso

Das Haus zum Corso bereichert die St.Galler Innenstadt. Wo einst im Kino Corso Filmbegeisterte ihrer Leidenschaft frönten, wird heute flexibel gearbeitet und köstlich gegessen. Das neue Gebäude mit Restaurant ist der Hauptsitz des St.Galler Familienunternehmens Senn und gleichzeitig ein Paradebeispiel ihrer eigenen (Arbeits-)Philosophie.

Bauherrschaft: Senn, St.Gallen
Architektur:
Birgit & Beat Rothen, Rothen Architektur GmbH, Winterthur
Leistungen Domus: Einrichtungsplanung & Möblierung, Planung & Umsetzung des Vorhangsystems, Beleuchtungsberatung (in Absprache und guter Zusammenarbeit mit der Architektin)

Bilder: ©Daniel Ammann

Die Front des Restaurant Corso ist, wann immer möglich, für die Öffentlichkeit breit geöffnet. Als Senn die Liegenschaft erwarb, träumten sie zunächst davon, ein neues Kino zu eröffnen. Eine Konkurrenzklausel und die fehlende Wirtschaftlichkeit verhinderten jedoch dessen Umsetzung. Umso wichtiger war es ihnen, den Neubau der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen – wenn auch in einer anderen Form. Heute ist das Haus zum Corso nicht nur Arbeitsplatz für die eigenen Mitarbeiter. Im Erdgeschoss beglückt Küchenchef Markus Schenk seine Gäste mit regionalen Gerichten und der Feinkostladen Unikatessen am Corso gehören ebenso zum Gesamtangebot, wie mietbare Event- und Sitzungsräume.

Schwarzstahl und leuchtende Farben

Senn schreibt es sich auf die Fahne «Bleibendes zu entwickeln». Ihre Kernkompetenz ist es eine Immobilie konsequent auf den Nutzer auszurichten und in eine anspruchsvolle Architektur zu verpacken. Das Haus am Corso ist ein Paradebeispiel ihrer Philosophie.

Die Architektin Birgit Rothen schenkte der bestehenden Vision ein unverwechselbares Erscheinungsbild. Das Materialkonzept basiert auf Sichtbeton und Schwarzstahl. Dabei setzen die leuchtenden Farben der Malerei von Franz Ackermann einen gewollt hohen Kontrast.

Nach dieser Gestaltungsbasis richteten wir die Einrichtungsplanung und Möblierung der Arbeitsplätze, Sitzungszimmer und des Restaurants aus. Dabei zückte Daniel Graf, Berater und Projektleiter bei Domus, kaum ein Möbel aus einem bestehenden Katalog. «Fast die komplette Einrichtung wurde speziell angefertigt. So dominiert auch bei den Möbeln Schwarzstahl als Hauptelement – ein eher unübliches Material. Im Verlaufe des Projekts stellten wir plötzlich fest, dass wir den Markt für 3 mm dicken Schwarzstahl komplett leer gekauft hatten.»

Der Künstler Franz Ackermann entwarf die beiden bunten Wandgemälde mit Pop-Ästhetik eigens für das Restaurant Corso.

Die Gestaltung auf Basis von Beton und Schwarzstahl in Kombination mit den leuchtenden Farben zieht sich durchs gesamte Gebäude.

Kulinarische Höhenflüge

Erlebt, wer im Restaurant Corso isst. Küchenchef Markus Schenk ist Sympathisant einer sorgfältig kreierten und lokalen Küche. Die Liebe und Zeit, die er in seine Gerichte investiert, wird auf dem Teller sichtbar und im Gaumen erlebbar. Aus eigener Erfahrung legen wir es allen Feinschmeckern ans Herz Markus Schenks Speisen selbst zu kosten. Falls dies alleine noch nicht überzeugt – auch das GaultMillau-Team empfiehlt das Corso mit 15 Punkten.

Hochstehende Küche: Wer will, kann den Profis bei der Arbeit über die Schultern schauen.

Der Weinkeller ist ebenso einzigartig, wie die Auswahl der Flaschen, die darin gelagert werden.

Moderne Arbeitslandschaft

Im ersten Stock finden sich flexible Arbeitsplätze und Rückzugszonen. Persönliche Arbeitsplätze gibt es in der offenen Bürolandschaft nur ganz Wenige. So findet sich der eigene Arbeitsplatz mal am klassischen Tisch, an anderes Mal in der «Silentbox» oder an der Kaffeebar im eigenen oder in einem anderen Gastrobetrieb. Die so entstehende Bewegung und der Austausch sind gewünscht, schreibt Senn auf ihrer Website: «Die Mitarbeiter sollen dabei unterstützt werden, mit offenen Augen durch die Stadt bzw. die Welt zu gehen.»

Das Haus am Corso ist ein Platz für konzentrierte Arbeit, für konstruktiven Austausch, aber auch für zufällige Begegnungen, freudiges Miteinander und hochstehende Kulinarik.

Die Silentboxen sind komplett schalldicht. Lautstarke Telefongespräche und hochkonzentrierte Arbeit gehören hierhin.

Senn arbeitet mit BIM. Grosse Screens für die 3D Visualisierungen sind daher ein Muss.



Anregungen zum Projekt?

Unikatessen am Corso

Einstein St.Gallen – einst Textilwerkstatt, heute elegantes 4* Hotel

Falkenburg – Ein Minihotel mit historischem Charakter