Bleiben Sie auf dem Teppich!

Textilien tun für unser Zuhause so einiges! Sie verwandeln es in eine gemütliche Oase und sorgen für Wohlfühlatmosphäre. Decken, Kissen, Vorhänge und auch Teppiche passen in die gute Stube genauso wie ins Schlafzimmer oder ins Entrée. Gisela Bischof, Einrichtungsprofi beim St.Galler Inneneinrichter Domus, hat das Wissen und ein gutes Händchen für alles, was sich um Einrichtung dreht! Der Teppich übrigens hat sein Image als altbackener Staubfänger längst abgelegt und punktet selbst beim Puristen.

Am Puls des Wohnens

Gisela Bischof hatte soeben Besuch eines Stofflieferanten. Vor ihr liegt eine Musterkollektion von Jean Paul Gaultier. «Schauen Sie sich diese farbenfrohen Designs an. Streng geometrische Prints, expressive Fotocollagen, verspielte japanische Zeichnungen und Drucke. Alles ist kombinierbar», schwärmt die Einrichtungsberaterin. Gaultiers Design-Genialität kann als Kissen, Tapete, Bezugsstoff für Stühle und Sofas oder sogar als textiles Wandbild verwendet werden. Aber Achtung: Dafür braucht es das richtige Gespür für Raum und Form, Balance und Proportionen. «Wohnen ist so individuell. Ich realisiere seit über 20 Jahren Einrichtungskonzepte, bin behilflich bei der Wahl und Stellung der Möbel bis hin zu fein ausgesuchten Accessoires – und nicht überall passen dieselben angesagten Stoffe oder Designermöbel», erklärt Gisela Bischof. Sie hat schon viele Trends kommen und gehen sehen. Dabei ist es jedoch wichtig zu wissen, wo die guten Stücke zu stehen kommen und vor allem wer sie benutzt.

Die «Schwarzwelten» seien im Moment noch aktuell. Das heisst, gräulich gestrichene Wände kombiniert mit dunklen Hölzern und zurückhaltenden Textilien. Es werde in Zukunft jedoch farbig, freut sich die Inneneinrichterin. Ganz neue Farbtrends sind im Kommen. Zum Teil erinnern die Kombinationen an die 60er- und 70er-Jahre. Wer neu baut, greife zurzeit gerne auf die Materialien Beton, Glas und Holz zurück. Diese harten Materialien führen jedoch oft zu Schallproblemen und zu einer kühlen Atmosphäre. Dann spätestens kommen Wohntextilien ins Spiel! Sie sind nicht nur als Schalldämpfer zu verstehen, sondern unterstreichen auch den Wohnstil.

Text: Livia Baettig
Bilder: Kinnasand, Christian FischbacherLelièvre

Ein Artikel aus dem Magazin „Für Sie Madame“ // Ausgabe Winter 2018

©Kinnasand

©Christian Fischbacher

Schmuckstück am Boden

Lange waren Teppiche irgendwie vergessen. Sie lagen bei Oma über dem Spannteppich und machten überhaupt keine Gattung. Heute präsentieren sich Teppiche als begehbare Kunstwerke und schenken einem Raum Sinnlichkeit. Junge Designer und beste Fabrikanten geben dem Bodenschmuck wieder eine Wertschätzung. Von dezent matten oder elegant glänzenden Hochflorteppichen bis hin zu gemusterten flachen Teppichen ist beim Einrichtungsspezialisten Domus in St.Gallen alles erhältlich. Materialien wie Wolle, Leinen, Seide oder Kombinationen mit einer gestutzten Viskose-Oberfläche, die glänzende und schillernde Reflexe bilden, machen das gute Stück am Boden zu etwas Besonderem. Gisela Bischof kombiniert gerne zu einem Sofa auch einen Teppich. «Neben der Diskussion, ob das Sofa jetzt auf oder hinter den Teppich gehört, spielt die Proportion eine wichtige Rolle. Der Teppich soll ja nicht kleiner sein als das Sofa und den Raum nicht zu sehr einnehmen.»

Vorhang auf

Bei diesem Thema beginnen die Augen von Gisela Bischof zu leuchten: «Vorhänge sind auch ein riesiges Thema, immer mehr! Die Leute wünschen sich immer Ausblick ohne Einblick! Leider können die Stofflieferanten diesen Wunsch immer noch nicht erfüllen, aber wir sind nahe dran», schmunzelt die Profieinrichterin. Grosse Fensterfronten sind etwas Magisches. Aber abends verwandeln sich diese in schwarze Löcher. Dann sind Gardinen gefragt, die schön fallen und mit ihrer Qualität punkten. Besonders gerne arbeitet Gisela Bischof mit Leinen oder Leinengemischen in Off-White und Beigetönen. Grundsätzlich müsse man sich aber auch in diesem Bereich die Frage stellen: Was muss der Vorhang können? Etwa vor der Sonne und dem Nachbarn schützen? Völlig abdunkeln? Ambiente zaubern? Geht es um Haptik oder Optik? Um nichts dem Zufall zu überlassen, geht der Einrichtungsprofi gerne auf Hausbesuch. Dort lasse sich vieles zusammen erarbeiten.

Gisela Bischof springt auf und zieht dezente, unifarbene Musterkollektionen von der St. Galler Textilfirma Fischbacher hervor und greift beherzt in die Stoffe. «Egal ob transparent oder dichter gewoben, die Qualität ist ausschlaggebend und natürlich auch die Machart. Vorhänge werden heute meist flach verarbeitet. Und bei Leinen haben Falten nichts verloren, das wäre Einengung der natürlichen Faser! » Sagt’s und hängt die Musterkollektion wieder an die Stange.

©Christian Fischbacher

Tipps von Gisela

→ Nicht überall Weiss! RAL 9010 ist nicht das Mass aller Dinge! Farbige Wände bringen Bilder zum Leuchten. Neu gibt es auch Mineral-Lasuren, z.B. von der Farbmanufaktur «kt Color». So können Sie mit einer futuristischen Aluminiumwand alle Blicke auf sich ziehen.

→ Mal Lust auf etwas Neues? Accessoires oder ein Solitärmöbel können einem Raum eine neue Atmosphäre geben.

→ Keine Angst vor hellen Sofas. Auch wenn Kinder im Haus sind, darf es ein beiges Sofa sein – die Textilien müssen einfach behandelt und zum Reinigen sein oder das Leder entsprechend strapazierfähig.

→ Bitte das Sofa nicht an die Wand kleben. Die Gruppe wirkt lockerer, wenn sie gut 20 bis 30 cm entfernt von dieser platziert wird.

→ Investieren Sie in zeitlose Klassiker, ich habe meine USM Haller Möbel mindestens schon sieben Mal umbauen lassen und meinen neuen Bedürfnissen angepasst.

→ Beleuchtung ist nicht nur Licht, sondern zaubert Atmosphäre. LED ist stromsparend, leistungsstark und mittlerweile so gut, dass angenehme Lichtstimmungen erreicht werden.

→ Ein Teppich ist ein Objekt mit einer grossartigen Ausstrahlung und kann Zimmer in klare Räume unterteilen.

→ Die Aussage eines Raumes kann unter Einbezug von Farben sehr stark verändert werden. Sehr sinnlich und spannend wirken alle Grau- und erdigen Braunschattierungen. Richtig eingesetzt setzen sie tolle Akzente.

Ankommen

Wer die Möglichkeit und die Chance hat, neu zu bauen oder bei einer Wohnung selber den Innenausbau zu bestimmen, sollte sich führen und beraten lassen, denn die Innenarchitektur beeinflusst unseren Wohlfühlfaktor wesentlich. Gisela Bischof glaubt an Raumgefühl genauso wie daran, dass es für jedes «Problem» eine Lösung gibt. Lebt man vielleicht schon eine geraume Zeit in den gleichen vier Wänden, verspürt man auch mal Lust, etwas zu verändern. Selbst wenn man nur auf der Suche nach einem neuen Sessel ist, kann es sein, dass sich das ganze Wohnzimmer verändert. Dabei muss es nicht aussehen wie im Katalog, sondern noch viel besser. Denn in den eigenen Räumen wird nicht inszeniert, sondern gelebt und gewohnt.

Und manchmal ist das Kleine auch ganz gross. Nämlich dann, wenn ein Accessoire geschickt in Szene gesetzt wird. Nebst dem Hauptgeschäft konzentriert sich das Domus Studio auch auf schmucke Kleinigkeiten, wie Kerzenständer, Vitra Toolboxen für den Krimskrams, kuschelige Plaids und vieles mehr, das spontan eingekauft werden kann und so viel Lust und Freude auf individuelles Wohnen macht. Für alle Fragen rund ums Einrichten und Planen holt man sich am besten die Profis ins Haus, damit der ganze Wohntraum wie aus einem Guss erscheint.

Das Hauptgeschäft «Domus Leuchten und Möbel AG» an der Davidstrasse in St.Gallen ist ein Ort, an dem sich fachliches Können, Kreativität und Gestaltungswille vereinen. Farbdesigner, Innenarchitekten, Neon-Glasbläser, Hochbauzeichner, Innendekorateure, Wohnberater und Schreiner arbeiten Hand in Hand an individuellen Lösungen. Statt sich von Möbelhaus zu Möbelhaus durchzuschlagen, setzt man sich besser stresslos mit den Domus-Profis zusammen, geniesst während des Gesprächs noch einen feinen Kaffee und schwelgt in seinen Wohnträumen.

©Fritz Hansen



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